Entstauungs-Therapie
Manuelle Lymphdrainage nach Dr. Vodder
💧 Entstauungs-Therapie / Manuelle Lymphdrainage nach Dr. Vodder
Sanft, wirkungsvoll, medizinisch fundiert
Die Manuelle Lymphdrainage (MLD) nach Dr. Emil Vodder ist eine anerkannte physikalische Behandlungsmethode zur Entstauung von Gewebe. Durch rhythmisch-sanfte, kreisförmige Grifftechniken wird der Lymphfluss angeregt, die Transportkapazität der Lymphgefässe erhöht und der Abfluss von Gewebsflüssigkeit nachhaltig verbessert.
Sie dient nicht nur der Behandlung von Lymphödemen, sondern unterstützt auch die Regeneration nach Operationen, Verletzungen und in der Schmerztherapie. Ziel ist es, Schwellungen zu reduzieren, Spannungsgefühle zu mindern und die natürliche Entgiftung des Körpers zu fördern.
🧬 Anatomie und Funktion des Lymphsystems
Das Lymphsystem ist Teil des Immunsystems und fungiert als Transportsystem für überschüssige Gewebsflüssigkeit, Eiweisse, Fette und Zelltrümmer. Es filtert Schadstoffe, transportiert Immunzellen und hält den Flüssigkeitshaushalt im Gleichgewicht.
Über Lymphkapillaren, Sammelgefässe und Lymphknoten gelangt die Flüssigkeit zurück in den Blutkreislauf. Eine Störung dieses Systems – etwa nach Operationen, Bestrahlungen oder Traumata – führt zu einem Lymphstau (Ödem).
Die Manuelle Lymphdrainage unterstützt hier gezielt die natürliche Selbstreinigung des Gewebes und entlastet das venös-lymphatische System.
⚙️ Behandlungsformen
-
Manuelle Lymphdrainage (MLD) – nach Dr. Vodder / Földi / Asdonk
-
Komplexe Physikalische Entstauungstherapie (KPE) → Lymphdrainage + Kompression + Bewegung + Hautpflege
-
Narben- und Ödembehandlung
-
Postoperative Entstauung
-
Lymphologische Erhaltungstherapie
-
K-Taping zur Unterstützung der Drainagewirkung
-
Wasser- / Bewegungstherapie zur Förderung der Mikrozirkulation und Muskelpumpe
🩺 Ablauf
Vor der ersten Behandlung findet ein ausführliches Gespräch über Ihre Beschwerden und Ihren Gesundheitszustand statt, gefolgt von der Abtastung der betroffenen Körperregionen. Auf dieser Grundlage wird ein individueller Behandlungsplan erstellt.
Während der Behandlung liegen Sie entspannt auf einer Liege und machen nur die zu behandelnden Körperteile frei.
Die Therapie erfolgt mit sanften, rhythmischen Griffen – ohne Massageöle oder Hilfsmittel. Je nach Befund kann eine Kombination mit Bandagen oder Kompressionsstrümpfen empfohlen werden.
Die Intensität richtet sich nach Gewebebeschaffenheit und Stadium des Ödems; eine Behandlung sollte weder unangenehm noch schmerzhaft sein.
Eine Sitzung dauert in der Regel 30 bis 60 Minuten, kann bei Bedarf aber bis zu 90 Minuten betragen. Die Anzahl der Behandlungen richtet sich nach Ihrem individuellen Therapieverlauf.
Im Anschluss an die Drainage folgt meist eine Kompressionsphase (Bandagierung oder Strumpf), ergänzt durch Bewegungstherapie und Hautpflege. Dieses ganzheitliche Vorgehen stabilisiert das Ergebnis und reduziert das Rückfallrisiko.
Quelle: EMR – ErfahrungsMedizinisches Register, Methode Lymphdrainage
🎯 Anwendungsgebiete
-
Primäre und sekundäre Lymphödeme
-
Lipödeme und kombinierte Formen
-
Postoperative Schwellungen (z. B. nach Brust-, Bein- oder Becken-OP)
-
Traumatische Ödeme nach Verletzungen
-
Chronisch-venöse Insuffizienz
-
Narben-, Schmerz- und Wundheilungsstörungen
🧭 Patientenhinweise – Grundwissen
Nur wenige Menschen wissen, was geschieht, wenn das Lymphsystem nicht mehr optimal funktioniert. Nach Operationen oder Bestrahlungen besteht ein erhöhtes Risiko für ein Lymphödem.
Typische Lokalisationen:
– Arm und Brustwand nach Brustkrebs-Operation
– Beine nach Eingriffen im Becken- oder Bauchraum
Ein Lymphödem ist nicht heilbar, aber gut behandelbar – vorausgesetzt, Patient und Therapeut arbeiten konsequent zusammen.
Ziel ist die dauerhafte Kontrolle der Schwellung, die Verbesserung der Lebensqualität und die Vermeidung von Komplikationen.
Quelle: Krebsliga Schweiz
💡 Patientenhinweise – Selbsthilfe / Verhalten
Der Behandlungserfolg hängt entscheidend von der aktiven Mitarbeit der Patientin / des Patienten ab.
Die Hinweise des behandelnden Arztes sowie des Lymphtherapeuten sind verbindlich einzuhalten.
Vorsicht vor Verletzungen und Überbelastung
Keine Injektionen, Blutabnahmen, Blutdruckmessungen oder Akupunktur am betroffenen Arm/Bein. Schutz im Haushalt und Garten (Handschuhe).
Vorsicht vor Entzündungen
Infektionen sofort ärztlich behandeln, Verletzungen desinfizieren, Haut rückfettend pflegen.
Vorsicht vor einengender Kleidung
Keine einschnürenden BH-Träger, Gürtel oder engen Schmuck.
Vorsicht vor Überwärmung oder Erfrierung
Sonne, Sauna, Solarium oder heisse Bäder vermeiden.
Vorsicht vor Übergewicht
Übergewicht belastet das Lymphsystem zusätzlich. Empfohlen sind ausgewogene Ernährung und regelmässige Bewegung.
🤝 Interdisziplinäre Zusammenarbeit
Für nachhaltige Therapieerfolge ist eine enge, fachübergreifende Kooperation entscheidend.
Ich arbeite mit Fachärztinnen, Physiotherapeutinnen und Sanitätshäusern sowie der Gesellschaft für Manuelle Lymphdrainage nach Dr. Vodder und lymphologische Therapien (GFMLV) zusammen.
Diese Vernetzung gewährleistet eine abgestimmte Behandlung zwischen Drainage, Kompression, Bewegungstherapie und Nachsorge – im Sinne eines medizinisch fundierten Gesamtkonzepts.
📚 Quellen
-
Schweizerischer Fachverband für Manuelle Lymphdrainage (SFML) / VDMS-ASMM Fusion 2020
-
Gesellschaft für Manuelle Lymphdrainage nach Dr. Vodder und lymphologische Therapien (GFMLV)
-
EMR – ErfahrungsMedizinisches Register, Methode Lymphdrainage
🏛️ Mitgliedschaften & Fachverbände
GFMLV – Gesellschaft für Manuelle Lymphdrainage nach Dr. Vodder und lymphologische Therapien
VDMS-ASMM – Fachverband für medizinische Masseur:innen Schweiz
SFML – Schweizerischer Fachverband für Manuelle Lymphdrainage
SAFW – Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für Fortbildung in physikalischer Therapie
⚖️ Haftungsausschluss
Diese Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine ärztliche Untersuchung oder Diagnose. Die beschriebenen Massnahmen sind Teil einer ärztlich verordneten oder therapeutisch begleiteten Behandlung. Bei unklaren oder neu auftretenden Beschwerden wenden Sie sich bitte an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.